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ANDACHT 

Monatsspruch für Juni 

Freundliche Reden sind wie flüssiger Honig: Süß für die Seele, heilend für den Körper.     
                      
                                                                                              Sprüche 16,24

 Liebe Leserin, lieber Leser, 

 

mit Kritik, mit Bitterkeit, auch mit Sarkasmus sind wir oft schnell, manchmal zu schnell. Wir fra­gen gar nicht erst nach, ob es einen guten Grund gibt, weswegen die Tür offen geblieben, das Auto zugeparkt oder die Lieferung noch nicht da ist. Wir poltern stattdessen gleich los. Und dann erfahren wir: Jemand ist noch kurz zur Mülltonne gegangen; die Ärztin hat schnell bei einem Patienten vorbeigeschaut und fährt in einer Minute wieder weg; das Paket liegt beim Nachbarn, weil keiner zuhause war – ja, ach, wenn das so ist… 

 

Wer in seinem Leben einmal zu unkritisch war und von anderen hereingelegt oder betrogen worden ist, weiß natürlich, wie wichtig es ist, kritisch und wachsam zu sein, alles zu durchdenken und sich nichts vormachen zu lassen. Wer als Jugendliche oder als Berufsanfänger nie ernstgenommen wurde, hat vielleicht gelernt, dass man Gehör findet, wenn man laut ist.  

Andererseits, Sie kennen sie auch: Diese Menschen, die jeden Tag ein Lachen im Gesicht tragen und eigentlich immer ein freundliches Wort haben für wirklich jede und jeden. Der letzte Griesgram taut auf, wenn er so jemandem begegnet. - Oder diese anderen, die tief und von Herzen trösten können, weil sie wirklich zuhören und mit ganzer Seele beim andern sind. Und die dann nicht drauflosreden, sondern behutsam etwas sagen, worin ihre ganze Freundlichkeit, ihre Freundschaft und Herzlichkeit aufscheint. Freundliche Rede (nicht die taktische Freundlichkeit, sondern die echte, die von innen kommt) kann einen Menschen aufleben lassen. Sie kann die Seele nähren, und sie kann heilen, was in uns verletzt oder verkümmert ist. 

 

Das gilt übrigens auch, wenn Gott zu uns redet. Gottes Worte an uns sind freundliche Worte: „Evangelium“ bedeutet „frohe Botschaft“. Auch an vielen Stellen der Bibel, die nicht zur Literaturgattung „Evangelium“ gehören, erklingt freundliche Rede: „Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst“ – das steht im Jesajabuch (43,1), aber es ist zugleich typisch dafür, wie Gott uns nahe sein will: Freundlich, voller Güte, mit einer erlösenden Botschaft, die uns frei macht und uns heil werden lässt. 

 

Vielleicht können Sie in den nächsten Wochen ja einmal darauf achten, wo überall Ihnen freundliche Menschen begegnen, und wo Ihnen vielleicht auch Gott in seiner freundlichen Nähe begegnet? Und vielleicht können Sie etwas von dieser Freundlichkeit anderen Menschen weitergeben? 


Ich wünsche Ihnen viele solche herzlichen Begegnungen und grüße Sie herzlich 

Ihr Klaus Baltes